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Die aktuelle Konjunkturlage im Nordhorner Mittelstand
Die aktuelle Konjunkturlage im Nordhorner Mittelstand
Wirtschaftskrise mit negativem Einfluss auf Umsatz- und Ertragszahlen; leichte Aufhellung seit dem Frühjahr
Nordhorn, 24.09.2009
Die schwere Wirtschaftskrise hält die mittelständischen Firmen in Nordhorn und im Landkreis Grafschaft Bentheim weiter fest im Griff. Nachdem im vergangenen Herbst noch 48,3 Prozent der befragten Unternehmer ihre aktuelle Geschäftslage mit den Noten gut oder sehr gut bewerteten, sind es in diesem Jahr nur 36,6 Prozent. Der Creditreform Geschäftsklima-Index für die Region nimmt innerhalb eines Jahres um 15 Zähler ab und notiert bei +22,6 Punkten. Damit fällt die derzeitige Stimmungslage der lokalen Wirtschaft schlechter aus als im Weser-Ems-Gebiet insgesamt (+27,3 Punkte). Allerdings hat sich der Geschäftsklima-Index im Vergleich zum Frühjahr 2009 (+19,4 Punkte) um 3,2 Punkte leicht verbessert.
Die Umsatz- und Ertragszahlen der 232 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, sprechen eine deutliche Sprache. Mit 38 Prozent berichteten mehr als doppelt so viele Firmen wie im Jahr zuvor (16,7 Prozent) von Umsatzrückgängen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Unternehmen mit Umsatzsteigerungen um rund 21 Prozentpunkte von 47,5 auf 26,7 Prozent. Ein ähnliches Bild bei der Ertragslage: Lediglich jeder Fünfte (20,7 Prozent) konnte Gewinnsteigerungen vermelden. Im Herbst 2008 war es noch jedes dritte Unternehmen (30,8 Prozent).
Stellenab- statt Stellenaufbau
Die Krise schlägt sich auch in der Beschäftigungsentwicklung des Landkreises Grafschaft Bentheim nieder. Verglichen mit dem Vorjahr mussten die Unternehmen im Herbst 2009 mehr Personal entlassen. So nahm jedes vierte Unternehmen (25,4 Prozent) Kürzungen beim Personalbestand vor. Im vergangenen Herbst war dies nur bei jedem Zehnten (10,8 Prozent) der Fall. Gegenzeitig verringerte sich der Anteil der Unternehmen, die ihre Mitarbeiterzahl aufgestockt haben; von 34,2 Prozent im vergangenen Herbst auf 23,7 Prozent.
Nicht zuletzt aufgrund der verschlechterten Auftragslage lässt die Investitionsbereitschaft der Firmen nach: Plante im Vorjahr noch jeder Zweite ein Investitionsvorhaben, ist dies derzeit nur noch bei 38 Prozent der Unternehmen der Fall. Die höchste Investitionsbereitschaft zeigt mit 41 Prozent noch das Baugewerbe, das Schlusslicht bildet der Dienstleistungssektor mit 37 Prozent.
Erwartungen trüben ein
Den kommenden Monaten schauen die Unternehmen verhalten entgegen. 23 Prozent der Firmen rechnen im nächsten halben Jahr mit einem Umsatzanstieg. Im Vorjahr waren es noch gut 34 Prozent. Allerdings erwarten nur 16 Prozent der Betriebe tatsächlich sinkende Umsätzen (Herbst 2008: 10,8 Prozent). Der überwiegende Teil (54,7 Prozent) geht wie im vergangenen Jahr von einer unveränderten Umsatzentwicklung aus. Kritischer sieht es mit der erwarteten Gewinnentwicklung aus: Jedes dritte Unternehmen (32,3 Prozent) befürchtet in den kommenden Monaten einen Ertragsrückgang. Im Herbst 2008 waren es noch 21,7 Prozent. Mit Gewinnzuwächsen rechnet gut jedes fünfte Unternehmen (22,4 Prozent). Im Herbst 2008 war dies noch bei jedem Dritten der Fall (31,7 Prozent). Die Personalplanung der regionalen Mittelständler signalisiert aber stabilisierende Tendenzen: So beabsichtigen 72 Prozent der Betriebe an ihrem Personalbestand festzuhalten und der Saldo aus geplanten Neueinstellungen und Entlassungen befindet sich mit minus 0,4 Prozentpunkten im neutralen Bereich.
Erschwerend hinzu kommt der verschärfte Zugang zu Finanzmitteln: Wie bereits im Frühjahr spürt fast die Hälfte der Befragten verschlechterte Finanzierungsbedingungen. Vor allem die Notwendigkeit, mehr Sicherheiten beizubringen (21,6 Prozent der Nennungen) und höhere Kreditzinsen (8,2 Prozent) belasten diejenigen Unternehmen, die derzeit Fremdkapital benötigen. Eine echte Kreditklemme ist aber nur in wenigen Einzelfällen festzustellen.
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